Entfällt durch die Löschung (bei Zustimmung des Finanzamts) auch der Jahresabschluss für 2020 oder lediglich die Einreichung von Steuererklärung und Steuerbilanz?

Generell erlischt die gesetzliche Pflicht zur Abgabe von Steuererklärungen, Jahresabschlüssen etc. erst beim finalen Erlöschen Ihrer Gesellschaft.

In der Regel tritt nach Anmeldung der Löschung Ihrer Gesellschaft durch das Notariat, das Registergericht an das Finanzamt heran, um dessen Zustimmung zur Löschung einzuholen. Wir bieten die Möglichkeit, dass wir uns im Vorfeld der Löschung für Sie an das Finanzamt wenden und darauf hinwirken, dass das Finanzamt der Löschung auch ohne Einreichung von Bilanzen und Steuererklärungen zustimmt.

Die Erfolgsquote ist dabei sehr hoch, außer die Gesellschaft hat nach Ablauf des Zeitraums, für den eine Steuererklärung abgegeben wurde noch Umsatzsteuererstattungen erhalten – dann wird in der Regel noch die Anfertigung der Jahres-Umsatzsteuererklärung verlangt oder Gewinne erzielt – dann wird in der Regel auf die Anfertigung sämtlicher Steuererklärungen bestanden. Außerdem kommt es vor, dass das Finanzamt der Löschung der Gesellschaft ohne Vorlage der aktuellen Bilanzen widerspricht, wenn die Vermögensverhältnisse nach den bisher dem Finanzamt vorliegenden Unterlagen undurchsichtig sind oder hohe Umsätze, Anlagevermögen oder allgemein hohes Vermögen vorhanden ist. Dies scheint nach Ihren Schilderungen jedoch nicht der Fall zu sein, sodass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass keine Steuerunterlagen mehr einzureichen sind, bevor der Löschung Ihrer Gesellschaft zugestimmt werden kann.

Es ist auch möglich, den Auftrag zur Löschung zunächst ohne Finanzamtsklärung zu erteilen und ggfs. erst zu einem späteren Zeitpunkt eine nachträgliche Beauftragung der Klärung mit dem Finanzamt durch Rofan vorzunehmen.

In jedem Fall können wir im Voraus natürlich nicht für das Finanzamt sprechen und Auskunft darüber geben, ob noch Steuerunterlagen einzureichen sind und damit ggf. Steuerberaterkosten anfallen oder nicht. Sollte dem Finanzamt die Vermögenslosigkeit aus den Akten nicht klar erkennbar sein, der Löschung damit zunächst nicht zugestimmt werden können und folglich daher noch z.B. die Darlegung der Verbleibs des Vermögens verlangt wird, gibt es hier auch eine Möglichkeit dies ohne Anfertigung umfassender Abschlüsse durch den Steuerberater erstellen zu lassen. Sie erhalten in diesem Fall (sowie falls Sie uns mit der Klärung des Finanzamtes beauftragt haben) eine Vorlage zum Nachweis der Vermögenslosigkeit, welche Sie auch eigenständig – ohne Steuerberater – ausfüllen können.

Auch macht es aus unserer Sicht auch stets Sinn, zunächst die Antwort des Finanzamts auf die Löschungsanfrage (durch uns im Vorfeld oder das Registergericht) abzuwarten, ob das Finanzamt aus pragmatischen Gründen auch ohne die Vorlage von ausstehenden Steuerunterlagen der Löschung schon zustimmt, sodass auch vorweg schon erstmal keine Steuerberaterkosten anfallen.

Hier liegt es an der Geschäftsführung, welcher Weg beschritten werden möchte.

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